Terpen
Natürlich vorkommender Aromastoff, der von vielen Pflanzen produziert wird und einen Teil ihrer charakteristischen Gerüche und Aromen bestimmt.
Terpene sind eine große Familie natürlicher Aromastoffe, die von zahlreichen Pflanzen, darunter Hanf und Cannabis, gebildet werden. Sie sind maßgeblich für die charakteristischen Düfte und Aromen vieler Pflanzen verantwortlich und verleihen jeder Hanfsorte ihr individuelles Geruchsprofil. In der Cannabispflanze werden sie hauptsächlich in den Trichomen zusammen mit den Cannabinoiden produziert.
Terpene kommen nicht nur im Cannabis vor. Sie finden sich unter anderem in Zitrusfrüchten, Kiefern, Lavendel, Rosmarin, Hopfen, Pfeffer und vielen weiteren Pflanzen. Ihre große Vielfalt trägt wesentlich zur chemischen Komplexität der Pflanzenwelt und zu den unterschiedlichsten Aromaprofilen bei.
Die Grundlage der Hanfaromen
Terpene prägen maßgeblich das Aromaprofil von Hanfblüten, Harzen und Extrakten. Sie sind verantwortlich für die unterschiedlichen Duftnoten, die je nach Sorte wahrgenommen werden können, darunter zitrusartige, fruchtige, blumige, holzige, erdige, harzige, würzige oder mentholartige Aromen.
Jede Sorte besitzt eine einzigartige Kombination verschiedener Terpene. Nicht ein einzelnes Terpen, sondern deren Zusammenspiel bestimmt das charakteristische Gesamtaroma eines Hanfprodukts.
Eine vielfältige Stoffgruppe
Im Pflanzenreich wurden mehrere Tausend Terpene identifiziert, von denen mehrere Hundert auch im Cannabis vorkommen. Zu den bekanntesten zählen Myrcen, Limonen, Pinen, Linalool, Caryophyllen, Humulen und Terpinolen.
Jedes Terpen besitzt eine eigene chemische Struktur und trägt unterschiedlich zum Aromaprofil der Pflanze bei. Die jeweiligen Anteile variieren je nach Sorte erheblich.
Bildung in den Trichomen
Beim Hanf werden Terpene hauptsächlich in den Trichomen gebildet, den mikroskopisch kleinen Harzdrüsen auf den Blüten. Dort entstehen gleichzeitig auch die Cannabinoide, weshalb beide Stoffgruppen häufig gemeinsam untersucht werden.
Die Menge und Vielfalt der Terpene werden unter anderem von der Genetik, den Anbaubedingungen, dem Klima, dem Erntezeitpunkt, der Trocknung, dem Curing sowie den verwendeten Extraktions- und Verarbeitungsverfahren beeinflusst.
Empfindliche natürliche Verbindungen
Terpene sind vergleichsweise flüchtige Moleküle. Übermäßige Einwirkung von Wärme, Sauerstoff oder Licht kann ihre Konzentration verändern und damit auch das Aromaprofil eines Produkts beeinflussen.
Aus diesem Grund spielen Ernte, Trocknung, Lagerung und Verarbeitung eine wichtige Rolle für den Erhalt der natürlichen Eigenschaften von Hanf.
Ein zentraler Bestandteil der Hanfanalyse
Terpene gehören heute zu den wichtigsten Parametern bei der Untersuchung von Hanfsorten. Gemeinsam mit den Cannabinoiden werden sie analysiert, um die chemischen Profile von Blüten, Extrakten und anderen Hanfprodukten besser zu charakterisieren.
Das Verständnis der Terpene erleichtert die Interpretation von Aromaprofilen, Analysezertifikaten (COA) sowie der Unterschiede zwischen den zahlreichen heute verfügbaren Hanfsorten.